Reisemedizin
 

Dr. med. Steinkamp - Reisemedizin


Gut vorbereitet in einen schönen Urlaub


Damit Sie sich in Ihrem Urlaub wohl fühlen, sollten Sie auch eine Reiseapotheke mitnehmen. Diese sollte folgende Dinge enthalten:

  • Dauermedikamente in ausreichender Zahl
  • Tabletten gegen Durchfall (z. B. Loperamid)
  • Tropfen gegen Übelkeit (z. B. MCP)
  • Elektrolytpulver (bei starkem Erbrechen und/oder Durchfall einnehmen)
  • Schmerztabletten (z.B. Paracetamol)
  • Jodsalbe zur Wunddesinfektion
  • Pflaster

Wichtig ist auch eine Überprüfung des Impfschutzes, bei Reisen in ferne Länder sind eventuell zusätzliche Impfungen erforderlich (z.B. gegen Hepatitis).

Wir beraten Sie bei der Reiseplanung und erstellen Ihnen einen persönlichen Impfplan und Medikamentenliste. Für die Einreise in manchen Ländern ist auch eine ärztliche Bescheinigung über die mitgeführten Medikamente erforderlich

Vor jeder Urlaubsreise sollten Sie Ihren Impfstatus überprüfen. Auch in Europa sind die so genannten „Standardimpfungen“ Tetanus und Diphtherie erforderlich!

Je nach Reiseziel kommen noch weitere Impfungen hinzu (FSME, Polio, Hepatitis, Typhus). Um einen ausreichenden Impfschutz aufbauen zu können, sollten Sie sich spätestens
4 Wochen vor Reiseantritt impfen lassen.

Konkrete Impfempfehlungen finden Sie im Internet unter Centrum für Reisemedizin. Die entsprechenden Impfungen werden in unserer Praxis durchgeführt.
 

Im Folgenden finden Sie Kurzinformationen zu: 
  • Reiseapotheke
  • Jetlag 
Reiseapotheke


In jedes Reisegepäck gehört auch eine Reiseapotheke. Reiseziel, Reisedauer und Art der Reise bestimmen ihren Inhalt.
 

Allgemeine Tipps
  • Wählen Sie Arzneimittel aus, die sich bei Ihnen bewährt haben und die Sie gut vertragen.
  • Stellen Sie die Apotheke am besten schon vor der Reise zusammen. In einigen Ländern sind Arzneimittel zwar günstiger als in Deutschland. Bedenken Sie jedoch, dass die Qualitätsanforderungen oft nicht so hoch sind wie in Deutschland. Vor allem außerhalb Europas sind  Medikamentenfälschungen im Umlauf, die gesundheitsschädlich sein können.
  • Werfen Sie einen Blick auf das Verfallsdatum des Arzneimittels. Vorsicht: Das Datum gilt bei Flüssigkeiten und Salben nur für ungeöffnete Packungen.
  • Bei Reisen in warme Länder müssen die Lagerungshinweise für Medikamente beachtet werden. Ein geschmolzenes Schmerz- oder Fieberzäpfchen nützt im Bedarfsfall niemandem mehr.
  • Müssen Sie Medikamente zu einem festen Zeitpunkt einnehmen? Erkundigen Sie sich bei Fernreisen, wie groß die Zeitverschiebung ist. Einige Medikamente werden in ihrer Wirkung beeinträchtigt, wenn der Einnahme-Rhythmus nicht eingehalten wird. Der Empfängnisschutz der Pille ist ein bekanntes Beispiel dafür. 
Grundausstattung


Individuell notwendige Medikamente: Haben Sie eine chronische Erkrankung?

Nehmen Sie Medikamente, die Sie täglich einnehmen müssen, in ausreichender Menge im Handgepäck mit. Beraten Sie sich mit Ihrem Arzt oder Apotheker, ob mit anderen Arzneien Wechselwirkungen bestehen.

Neigen Sie zu bestimmten Beschwerden?
Bestücken Sie Ihre Reiseapotheke gegen Allergien, Sodbrennen oder Pilzinfektionen am besten mit einem Präparat, das Ihnen auch früher schon geholfen hat. 

  • Desinfektionsmittel: Darf in keiner Reiseapotheke fehlen! Es schützt offene Wunden vor Infektionen.
  • Verbandmaterial: Zur Versorgung von Wunden sind Pflaster, sterile Wundkompressen, Mullbinden, elastische Binden, Klebeband, Schere, Splitterpinzette und Dreieckstuch wichtig.
  • Fieberthermometer: Gerade in Ländern mit Malaria-Gefahr ist es notwendig, die Körpertemperatur genau zu erfassen. Beachten Sie bitte: Thermometer aus Glas sind ungeeignet, da sie leicht zerbrechen.
  • Schmerz- und Fiebermittel: Wichtig zur Behandlung von leichten Schmerzen wie Kopfschmerzen, Zahnschmerzen sowie zur Senkung von Fieber. Kautabletten können auch ohne Wasser eingenommen werden. 
Zusatzausstattung 
  • Medikamente gegen Übelkeit: Werden Sie von Reiseübelkeit geplagt, können Sie bereits vor Fahrtbeginn ein entsprechendes Medikament einnehmen. Bei plötzlicher Übelkeit helfen schnell wirksame Kaugummi-Präparate. Doch Vorsicht: Viele dieser Wirkstoffe machen müde. Eine Ausnahme ist das verschreibungspflichtige Scopolamin, das als Pflaster auf die Haut geklebt wird. Gegen andere Ursachen von Übelkeit wirkt das ebenfalls verschreibungspflichtige Metoclopramid.
  • Medikamente gegen Durchfall: Um Durchfall vorzubeugen, beachten Sie die Grundregeln der Nahrungsmittelhygiene. Ist kein Trinkwasser erhältlich, entkeimen spezielle
  • Desinfektionsmittel das vorhandene Wasser. Starker Flüssigkeitsverlust ist die größte Gefahr bei Durchfall, besonders für Kinder und Schwangere. Die wichtigste Maßnahme ist daher der Ersatz von Wasser und Salzen, die der Körper verloren hat, mit einem Elektrolyt-Pulver. Übrigens: Das alte Rezept "Cola und Salzstangen" ist ungeeignet und kann den Durchfall sogar verschlimmern. Besser im Notfall: Je halben Liter abgekochten (!) Wassers einen halben Teelöffel Salz und fünf Teelöffel Traubenzucker auflösen, mit Orangensaft abschmecken, und davon drei Liter am Tag trinken. Loperamid stoppt Durchfall sofort. Es ist jedoch nur sinnvoll um gefährlichen Wasserverlust zu bremsen oder kurzfristig eingesetzt wenn man z.B. eine Busfahrt überstehen muss. Sonst bleibt der Erreger weiter im Darm. Als Alternative auch für Kinder geeignet sind Präparate zum Aufbau der Darmflora. Kohletabletten haben ihre Bedeutung bei der Durchfallbehandlung verloren.
  • Medikamente gegen Verstopfung: Verstopfung wirken Sie am besten entgegen, indem Sie genügend trinken und ballaststoffreiche Nahrung essen. Eine große Portion Obst mit getrockneten Pflaumen, Feigen, Melonen oder reifer Papaya schmeckt und wirkt. Haben Sie mit diesen einfachen Maßnahmen keinen Erfolg, ist für kurze Zeit ein mildes Abführmittel hilfreich.
  • Medikamente gegen Allergien: Insektenstiche oder Allergien können lästigen Juckreiz hervorrufen. Zur Auswahl stehen Mittel zum Einnehmen oder zum Einreiben.
  • Medikamente zur Behandlung von Prellungen und Zerrungen: In erster Linie sind Erste-Hilfe-Maßnahmen wichtig. Entzündungshemmende Medikamente lindern Schmerzen und lassen Schwellungen abklingen. Bei anhaltenden starken Schmerzen und Schwellungen müssen Sie einen Arzt aufsuchen.
  • Medikamente gegen Schnupfen: Durch Klimaanlagen in Hotel und Bus holt man sich leicht eine Erkältung. Wenn Sie Schnupfen oder eine Nasennebenhöhlen-Entzündung haben, können Sie dadurch auf dem Flug eventuell keinen Druckausgleich mehr machen. Abschwellende Nasensprays sind dann wichtig um Ohrenschmerzen oder gar Innenohrschäden zu verhindern.
  • Medikamente gegen Halsschmerzen: Bei Halsentzündungen können Medikamente mit desinfizierender Wirkung Linderung bringen. Oft ist in diesen Medikamenten noch zusätzlich ein schmerzstillender Wirkstoff enthalten. Bei starken Schmerzen und Fieber sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen.
  • Medikamente gegen Augenbeschwerden: Staub, Wind oder Licht verursachen auf Reisen häufig Bindehautentzündungen. Lindernd wirken abschwellende Augentropfen. Auch so genannte künstliche Tränen helfen bei leichter Reizung und Augentrockenheit. Ist die Augenreizung allergisch bedingt, helfen antiallergische Augentropfen.
  • Sonnenschutzmittel: Sie sollten in fast alle Reisegebiete ein gutes Sonnenschutzmittel mitnehmen. Damit vermeiden Sie nicht nur einen lästigen Sonnenbrand, Sie beugen so auch möglichen Langzeitfolgen wie Hautkrebs vor. Die Stärke des Sonnenschutzmittels wählen Sie entsprechend Ihrem Reiseziel und Hauttyp aus.
  • Insekten abweisende Mittel (Repellentien): Ein guter Schutz vor Mückenstichen ist in Gebieten wichtig, in denen z.B. Malaria, Gelbfieber, Dengue-Fieber oder die japanische Enzephalitis verbreitet sind. Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird der Wirkstoff Bayrepel® empfohlen. Er ist in Deutschland in dem Präparat Autan® enthalten. Mittel auf der Basis ätherischer Öle wie Teebaumöl, Zitronenöl oder Kokosöl haben eine schwächere und kürzere Wirkung und sind daher in solchen Risikogebieten nicht zu empfehlen. 
Jetlag -Verwirrte Bio-Uhr


Schlaflos in der Nacht: Auf Langstreckenflügen in andere Zeitzonen gerät die innere Uhr des Körpers aus dem Takt.
Flug in andere Zeit: Innere Uhr gerät in Verwirrung. Die Zeitverschiebung wirkt sich nicht nur auf den Schlaf-Wach-Rhythmus des Gehirns aus, sondern auch auf andere Körperfunktionen, die dem normalen Tagesablauf angepasst sind. Diese Erscheinung nennt man das „Syndrom der Zeitverschiebung“, kurz Jetlag.

Dr. Peter Steinkamp - ReisemedizinDer durch den Flug veränderte Tag-Nacht-Rhythmus führt zu einem Gefühl allgemeiner Erschöpfung und Abgeschlagenheit. Eine verminderte Reaktionsgeschwindigkeit, nächtliche Schlaflosigkeit oder häufiges nächtliches Erwachen können weitere Folgen sein. Darüber hinaus ist eventuell auch der Magen-Darm-Trakt vom Jetlag betroffen. Es tritt dann auch zu ungewohnten Zeiten ein Harn- und Stuhldrang auf, oder es stellt sich ein Hungergefühl zu unpassenden Zeiten ein.
 

Wer ist anfällig für den Jetlag?


Personen, die sich normalerweise an eine starre Routine im Tagesablauf halten und sich durch die Zeitverschiebung darin gestört fühlen, haben im Allgemeinen stärker unter dem Jetlag zu leiden. Kleinkinder sind meistens weniger anfällig für den Jetlag als Erwachsene.

Bis sich der Körper auf den neuen Tag-Nacht-Rhythmus eingestellt hat, können zwei bis vierzehn Tage vergehen. Die Dauer der Umstellung hängt von der Anzahl der überflogenen Zeitzonen, vom Alter und vom gesundheitlichen Zustand des Reisenden ab.

Auch die Flugrichtung spielt eine Rolle. Fliegen Sie z. B. in westliche Richtung von Frankfurt nach New York (etwa sechs Stunden Flugzeit) und kommen dort um 18 Uhr Ortszeit an, so ist es in Deutschland bereits Mitternacht. Wenn Sie jetzt versuchen, sich der Ortszeit anzupassen und noch ein paar Stunden wach bleiben, werden Sie relativ wenige Umstellungsprobleme haben. Sie werden früher aufstehen als sonst, sich aber langsam der Ortszeit anpassen.
Anderes gilt für die umgekehrte Richtung. Fliegen Sie von New York zurück nach Deutschland und kommen hier z.B. um 23 Uhr Ortszeit an, dann ist Ihr Körper noch immer auf die New Yorker Zeit von 17 Uhr eingestellt. Jetzt wird es Ihnen schwer fallen, um diese Uhrzeit schon schlafen zu gehen.
Was kann man tun, um die innere Uhr so schnell wie möglich umzustellen?
 

Beachten Sie folgende Tipps, damit der Jetlag Sie nicht so stark erwischt: 
  • Steigen Sie ausgeruht in den Flieger. Sorgen Sie dafür, dass Sie in den Tagen vor der Abreise ausreichend Bewegung haben, und versuchen Sie, Erkältungen oder Infekte zu vermeiden.
  • Versuchen Sie, sich der Ortszeit am Zielort anzupassen.
  • Sorgen Sie dafür, dass Sie in der ersten Nacht ausreichend Schlaf bekommen.
  • Sie können auch mit Ihrer Ernährungsweise Einfluss auf den Schlaf-Wach-Rhythmus nehmen. Leicht verdauliche, kohlenhydratreiche Nahrungsmittel fördern den Schlaf, während eiweißreiche Nahrung eher stimulierend auf den Wachzustand einwirkt.